Wir wollen am 05. September mehr als nur ein Konzert in Bitterfeld veranstalten, denn „Kein Bock auf Nazis“ ist mehr als nur ein Slogan für uns.

Seit ca. 18 Jahren versuchen im Alternativen Kulturwerk – AKW, junge Menschen in Bitterfeld Akzente gegen Rassismus und Hass zu setzen. Dabei werben wir für Solidarität und eine Gemeinschaft, in der eben nicht gesellschaftliche Zwänge oder auch Konkurrenzkämpfe im Vordergrund stehen sollen. Unser Open Air soll ein Zeichen dafür sein, dass es auch in der Provinz Menschen gibt, die sich gegen all die Erscheinungsformen einer fremdenfeindlichen Ellenbogengesellschaft aussprechen. Diesen Menschen möchten wir ein Podium bieten um gemeinsam ein deutliches und lautes Zeichen für eine solidarische Gemeinschaft zu setzen. Den betroffenen von rechter Gewalt und Rassismus wollen wir zeigen, dass sie nicht alleine sind und ihnen viele Menschen solidarisch zur Seite stehen. Außerdem möchten wir allen, die uns in den letzten Monaten unterstützt haben, von ganzem Herzen Danke sagen. Wir werden uns auch in Zukunft weder von rechter Gewalt, Alltagsrassismus oder Kriminalisierungsversuchen einschüchtern lassen und das Nazi Problem in Bitterfeld weiter, klar als solches benennen.

Die Eskalation rechter Gewalt in Bitterfeld?

Seit März diesen Jahres organisierten sich in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt vermehrt neue Neonazistrukturen, wie die beiden rechten Kleinstparteien „der dritte Weg“ oder „Die Rechte“. Zusammen mit rechten Schlägertrupps wie der „Brigade Halle/Saale“, von denen es nun auch einen Ableger in Bitterfeld gibt, hetzen sie gegen alle, die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen. Neben sogenannten „Hausbesuchen“, bei denen gezielt alternative Jugendliche in ihren eigenen Wohnungen überfallen und erheblich verletzt wurden, war auch das Alternative Kulturwerk – AKW – bereits Ziel von zwei Brandanschlägen, bei denen auch ein Wohnwagen in Brandt geriet. Angriffe auf offener Straße, bei denen Menschen beispielsweise gezielt mit Baseballschlägern zusammengeschlagen oder geflüchtete Menschen mit Flaschen beworfen wurden, sind in Bitterfeld leider nichts Neues mehr. Mit über 15 Angriffen nur seit März, hat sich in Bitterfeld eine neue Stufe rechter Gewalt entwickelt, bei der sogar der Tod von Menschen billigend in Kauf genommen wird. Auch rechte Propaganda und Hetze gegen geflüchtete Menschen und linke Strukturen sind dabei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. So wütet besonders auf Facebook, seit Monaten ein virtueller rassistischer Mob. Bis hin zu Mordaufrufen wie „… bring ihn um die schwarze Sau.“, nutzen diese, zum Teil auch ganz „normalen“ Bürger_Innen, jede noch so Krude oder absurde rechte Propaganda um ihrem „Fremdenhass“ Luft zu machen.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!!!

Kommt am 05. September nach Bitterfeld. Feiert mit uns ein großes Fest der Solidarität, bei dem das Kennenlernen und ein fröhliches Miteinander im Vordergrund stehen sollen. Wenn andere Menschen vor diffusen Ängsten, Wut und Hass fast platzen, wollen wir unser Miteinander feiern und zeigen, dass wir uns ihrer Menschenfeindlichkeit immer aktiv entgegenstellen werden!